Du möchtest deinen Traum von einem eigenen Laden endlich in die Tat umsetzen? Um sich im Einzelhandel erfolgreich selbstständig zu machen, ist eine sorgfältige Planung notwendig. Wir zeigen dir, worauf du bei der Eröffnung deines eigenen Geschäfts achten solltest.

Geschäft eröffnen und betreiben

 

1. Geschäftsidee

Das wichtigste für den Erfolg im Einzelhandel sind ein gute Geschäftsidee und attraktive Produkte. Aufgrund des großen Angebots an Einzelhandelsgeschäften und den bequemen Einkaufsmöglichkeiten im Internet, sind die Kunden sehr anspruchsvoll. Wenn du unsicher bist, wie deine Geschäftsidee bei den zukünftigen Kunden ankommt, solltest du dir Feedback zu deiner Geschäftsidee einholen.

Erfahrungsgemäß sind Freunde und Bekannte keine guten und objektiven Berater, da sie aufgrund der persönlichen Beziehung zu dir deine Geschäftsidee grundsätzlich eher positiv sehen. Ich empfehle dir, mutig zu sein, und fremde Menschen anzusprechen. So könntest du z. B. mit einer Schreibmappe bewaffnet eine Umfrage mit Passanten in der Fußgängerzone starten. Neben der Attraktivität deiner Geschäftsidee kannst du so auch herausfinden, welche Preise die Kunden für deine Produkte bereit sind zu zahlen.

Solltest du in deinem zukünftigen Ladenlokal Produkte verkaufen wollen, die du selbst herstellst, so erprobe den Verkauf deiner Produkte zuvor in einem schönen Mietfach-Laden und auf mindestens einem Handmade-Markt. Häufig hilft dies, die Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und die eigenen Produkte daran auszurichten.

 

2. Business Plan

Wenn du die Eröffnung eines eigenen Geschäfts in die Tat umsetzt, wirst du das Gefühl bekommen, dass zu Beginn alle anderen Anbieter an dir verdienen, nur du kaum etwas verdienst. Dieses Gefühl ist leider normal. Rechnungen für die Ladeneinrichtung, Handwerkerarbeiten, Wareneinkäufe, Ladenmiete, Gewerbeanmeldung, Versicherungen usw. müssen bezahlt werden. Zu Beginn hast du noch keine feste Stammkundschaft und startest daher zunächst mit geringeren Umsätzen.

Daher ist es wichtig, vor dem Start in die Selbstständigkeit einen Business Plan auszuarbeiten, der die Entwicklung der Ausgaben und Einnahmen im Zeitablauf aufzeigt. Solltest du einen Teil der Investitionen über eine Kredit finanzieren, so ist ein Business Plan ein absolutes Muss, um den Kreditgeber von deiner Geschäftsidee zu überzeugen. Eine kostenlose Vorlage für einen Business Plan findest du auf der Internetseite der IHK München.

Solltest du in der glücklichen Lage sein, die notwendigen Investitionen mit deinen Ersparnissen zu finanzieren, so solltest du auch in diesem Fall einen Business Plan erstellen, da du damit ein realitätsnahes Bild bekommst, ob deine Geschäftsidee dich finanziell trägt.

 

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3. Ladenlokal

Bei der Suche nach einem passenden Ladenlokal wird dir jeder sagen, dass das wichtigste Kriterium die Lage ist. Dies ist absolut richtig. Leider sind die Mieten für Ladenlokale in den besten Lagen in den Fußgängerzonen der großen Städte nicht immer bezahlbar.

Ist dies der Fall, so kann es hilfreich sein, die Laufstrecken der Passanten in der Innenstadt zu analysieren. Wo parken die Kunden? Durch welche Straßen gehen die Kunden in die Innenstadt? Wo wird die Außenwerbung deines Ladenlokals von vielen Passanten gesehen?  Häufig sind diese Zubringer-Fußwege der Passanten eine gute und bezahlbare Alternativen zu den ganz zentralen Lagen in der Innenstadt.

Manchmal gehört auch einfach Glück dazu, ein bezahlbares Ladenlokal in guter Lage zu finden. Viele zu vermietende Ladenlokale finden erst gar nicht den Weg zu den Immobilienangeboten der Zeitungen und Internet-Marktplätze, da für diese bereits zuvor ein Nachmieter gefunden wird. Daher solltest du die interessanten Straßen regelmäßig zu Fuß ablaufen und nach Indizien für eine Ladenschließung absuchen. Nimm dazu auch Kontakt mit Ladeninhabern der bestehenden Geschäfte auf und frage nach, ob diese Kenntnisse über zu vermietende Ladenlokale haben.

 

4. Inneneinrichtung

Du hast es geschafft und ein passendes Ladenlokal gefunden. Bevor du dich nun mit der Inneneinrichtung und der Außendarstellung deines Ladens beschäftigst, solltest du dir klar machen, wer die Hauptzielgruppe für deine Produkte sein wird. Sprichst du eher jüngere oder eher ältere Kunden an? Eher Frauen oder eher Männer? Eher Hippster oder eher konservative Kunden? Eher Studenten oder eher betuchte Kunden?

Das Ambiente und die Außendarstellung deines Ladens entscheiden darüber, wer deinen Laden betreten wird. Besteht dein Laden eher aus funktionalen und einfachen Regalen mit mäßigem Wohlfühlambiente, so wird dein Laden eher preissensible Kunden ansprechen. Mit guten Ideen und eigenem handwerklichen Geschick kann man auch mit überschaubaren Kosten ein tolles Einkaufsambiente im Laden schaffen. Mach’ dir bei der Planung immer bewusst, wer deine Zielgruppe ist und was diese anspricht.

Wenn du es dir finanziell leisten kannst, solltest du einen Innenarchitekten oder Einrichtungsberater zu Unterstützung engagieren. Das Ergebnis wird in der Regel deutlich professioneller sein.

 

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5. Schaufenster

Das Schaufenster ist extrem wichtig, um Laufkundschaft dazu zu bewegen, deinen Laden zu betreten. Dort bekommen Passanten einen ersten Eindruck von deinem Laden und man bekommt im Leben nie eine zweite Chance für den ersten Eindruck. Die Produktpräsentation wie auch die Außendarstellung deines Ladens sollte daher den Kunden sehr ansprechen und möglichst überraschen, so dass er stehen bleibt, um sich ausführlicher mit deinem Produktangebot zu beschäftigen. Ein Passant deiner Zielgruppe soll mit Hilfe der Außenpräsentation das Verlangen bekommen, deinen Laden unbedingt betreten zu wollen.

Wenn an deinem Schaufenster häufig wiederkehrende Personen vorbeilaufen, wie z. B. Anwohner des Wohnviertels, so sollte dein Schaufenster stets interessant bleiben und Neues zeigen. Dann solltest du eine kürzere Frequenz wählen, in der du das Schaufenster neu dekorierst und dort andere Produkte präsentierst.

 

6. Werbung

Endlich, die Eröffnung deines Geschäfts steht an und der Verkauf kann starten. Jetzt und im weiteren Geschäftsverlauf kann es sinnvoll sein, mit Werbung die Bekanntheit deines Ladens zu steigern. Es bieten sich insbesondere die folgenden Formen der Werbung an, um dieses Ziel zu erreichen.

  • Anzeigen in Print-Medien
    Werbeanzeigen in Print-Medien mit großer Reichweite sind meist sehr teuer. Nur wenn diese gut positioniert, auffällig und in akzeptabler Größe gut sichtbar sind, erreichen diese die gewünschte Wirkung.
  • Social Media Werbung
    Werbung in sozialen Netzwerken ist sehr effizient. Wenn du eine Werbeanzeige bei Facebook und Instagram schaltest, kannst du die gewünschte Werbezielgruppe anhand von Kriterien, wie Alter, Geschlecht, Wohnort und deren Interessen vorab eingrenzen.
  • Flyer
    Flyer sind auf den ersten Blick ein sehr altmodisches Werbemedium, funktionieren jedoch sehr gut. Der Flyer sollte hochwertig und ansprechend gestaltet sein und auf ausreichend dickem Papier bedruckt sein. Spare bitte nicht an der Papierqualität, die Flyer sind oft der erste Kontakt der Kunden mit deinem Laden. Bei Online-Druckereien, wie z. B. Print24 und Flyeralarm, sind die Druckkosten sehr gering. Die eigenständige Erstellung einer PDF-Druckdatei in guter Druckqualität erfordert etwas Erfahrung. Wenn du die Flyer selbst erstellt und diese von dir, deinem Partner oder Freunden verteilt werden, sind diese ein extrem kostengünstiges und effizientes Werbemedium. Ich empfehle dir, die Flyer in die Briefkästen der Wohnhäuser zu verteilen. Bitte halte dich dabei an die Aufforderung “Bitte keine Werbung” an den entsprechend markierten Briefkästen. Um in der Innenstadt Flyer an Passanten zu verteilen, benötigst du eine Genehmigung des Ordnungsamtes und musst dafür eine Gebühr bezahlen.
  • Google AdWords
    Google AdWords ist ein kostenpflichtiger Service der Suchmaschine Google, mit der Werbetreibende Anzeigen schalten können, die vor allem zwischen den Sucherergebnissen präsentiert werden. Dort legt man Schlüsselworte fest, so dass deine Werbeanzeige nur in den Ergebnissen für eine Suche nach den genannten Begriffen oder thematisch passenden Seiten dargestellt wird.
  • Messen und lokale Märkte
    Mit einem Stand auf einer lokalen Verkaufsmesse oder einem lokalen Markt kannst du ebenfalls sehr gut Werbung für deinen Laden machen. Hier präsentierst du dein Produktsortiment und dich, damit Interessenten später dein Geschäft aufsuchen.


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7. Risiken absichern

Als Selbstständiger musst du die Krankenversicherung wie auch die Altersvorsorge selbst organisieren. Zusammen mit der Miete des Ladenlokals und den Nebenkosten des Geschäfts ergibt sich damit ein Sockelbetrag, der jeden Monat erwirtschaftet werden muss.

Für den Geschäftsbetrieb deines Ladens sind einige Versicherungen notwendig, um finanzielle Risiken abzusichern. Ich empfehle die folgenden Versicherungen:

  • Betriebshaftpflichtversicherung
    Die Betriebshaftpflichtversicherung sichert Schäden ab, die durch dich oder deine Mitarbeiter bei Ausübung der Geschäftstätigkeit verursacht werden. Des Weiteren beinhaltet der Versicherungsschutz die Prüfung, ob Schadensersatzansprüche berechtigt sind, und umfasst die Abwehr unberechtigter Forderungen.
  • Inhaltsversicherung
    Die Inhaltsversicherung ist eine Sachversicherung für die finanzielle Absicherung deiner Ladeneinrichtung, Waren und Vorräte. Damit sicherst du finanzielle Risiken wie z. B. durch Brand, Diebstahl und Leitungswasserschäden ab.
  • Glasbruchversicherung
    Die Glasbruchversicherung kann als eigenständiger Vertrag oder als Erweiterung einer Inhaltsversicherung abgeschlossen werden. Sie zahlt bei Beschädigungen der Schaufenster und anderer Glasflächen. Kleine Kratzer auf den Schaufenstern zählen dabei noch nicht als Schaden. Auch Kosten, die für eine Notverglasung anfallen, werden von der Glasbruchversicherung übernommen.

 

8. Kassenführung

Du hast die Wahl, deine Einnahmen im Geschäft über eine elektronische Registrierkasse zu erfassen oder auf eine elektronische Kasse zu verzichten. Den Verzicht auf eine elektronische Registrierkasse bezeichnet man als Führen einer “offenen Ladenkasse”. Hier erfolgt die Dokumentation der Einnahmen und Ausgaben manuell und das Finanzamt fordert von dir, ein Kassenbuch zu führen und an jedem Verkaufstag einen Kassenbericht zu erstellen.

Entscheidest du dich für eine elektronische Registrierkasse, so muss diese GoBD-konform sein, d. h. den Vorgaben und “Grundsätzen” des Finanzamts zur “ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff” entsprechen.

Der Mobile Payment-Anbieter iZettle* bietet ein GoBD-konforme Kasse in der Cloud an, die du kostenfrei nutzen kannst, wenn du die Kartenzahlungen über diesen Anbieter laufen lässt. Dieses Kassensystem wird über einen Tablet-PC (z. B. Apple iPad) oder ein Smartphone bedient.

 

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